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Braunkohle-Nein e.V.

Bericht über die
Teilnahme an den Aktionstagen "Zukunft statt Braunkohle"
der Bürgerinitiative Röcken & Sössen vom 29. Juni - 1. Juli 2007


Auf dem Reiterhof Rippachtal in Rippach-Kleingöhren fanden die
Aktionstage, die von der BI Röcken & Sössen vorbildlich organisiert
wurden, statt.
Höhepunkt am 30.06.2007 war der Besuch in dem vom Abriss bedrohten und
bis zum 31.12.2007 zu devastierenden Heuersdorf. Der Vorsitzende des
Vereins für Heuersdorf e.V., Bernd Günther, führte die Teilnehmer
durch das Dorf und erklärte emotional bewegt, was das für die Bewohner
dieses Dorfes bedeutet. Sie verlieren nicht nur ihre Heimat sondern
auch gewachsene Gemeinschaften, viele fast ihr gesamtes Hab und Gut.
Viele wissen nicht wohin, nachdem der Möbelwagen anrollt, denn die
Entschädigungen der MIBRAG ermöglichen keinen neuen Hausbau, keine
neuen Existenzen und erst recht keinen Lebensabend in der Karibik.

Begleitet von einem
Filmteam gehen wir in Heuerdorf durch den Ort.
Fassungslos sind wir über das was wir sehen, über das, was die
Bewohner über sich ergehen lassen müssen. Da auch in den Jahren der
Ungewissheit und des Kampfes nicht viel in die Erhaltung der Häuser
investiert wurde, fühlt man sich teilweise wie in einer Geisterstadt.
Und wie sieht es aus, wenn die Möbelwagen erst einmal weg und die
Häuser abgerissen sind. Für Jahrzehnte, wenn nicht für mehr als 100
Jahre bleibt eine wüstenähnliche Landschaft, in der nichts mehr wächst
außer ein paar Birken und Pappeln.

die
eingerüstete, ca. 700 Jahre alte Emmaus-Kirche, eines der Wahrzeichen
der Gemeinde Heuersdorf;
früher stand die Kirche mitten im Ort, die ehemals angrenzenden Wohnhäuser
und Gehöfte wurden bereits abgetragen,
heute hat man einen freien Blick zum Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf (Vattenfall)

Dieses ist erst der
Voraushub. Später wird das Loch wesentlich tiefer sein.
Nach dem beeindruckenden Besuch in Heuersdorf zeigte Max Steinhagen am
Nachmittag auf dem Reiterhof die Präsentation über das „Leben am
Tagebau“. Gespickt mit Zahlen berichtete er über Pro und Kontra des
Tagebaus, über die direkt und indirekt betroffenen Ortschaften, die
Zerstörung der Landschaft, Kultur und Geschichte, die ökonomische
Benachteiligung, Devastierung / Umsiedlung und zukünftige
Möglichkeiten und Perspektiven.
Danach entrichteten Horst Bruchmann für die „Freunde von Heuersdorf“,
Karl-Heinz Woelk für „Braunkohle Nein“ e.V. und
Dorothea Frederking (Bündnis 90/Die Grünen, Sachsen-Anhalt)
die Grußworte, bevor Jeffrey Michel einen Vortrag zu den Problemen der
Energiegewinnung, insbesondere aus Braunkohle, hielt. Er zeigte auch
auf, wie die privaten Haushalte Strom einsparen können. Jeffrey
wünscht sich, wie in den USA monatliche Stromrechnungen, die neben dem
aktuellen Monatsverbrauch auch Vergleichszahlen zu den Verbräuchen des
Vorjahres liefern. Die Haushalte können so ihre Stromfresser erkennen
und bei entsprechenden Maßnahmen ihren Stromverbrauch deutlich senken.
Anschließend wurden mehrere Filme u.a. über das Naturschutzgebiet der
Lacomaer Teiche (Cottbus / Lausitz), das auch vom Abbau bedroht ist,
gezeigt.
Den Abschluss des Tages bildete ein gemütliches Beisammensein am
Lagerfeuer, wo auch die Kids ihren Spaß hatten, konnten sie doch
Knüppelbrot am Lagerfeuer backen.

Karl-Heinz Woelk
  
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